Dä Kölsche Lóng Präsentation

12.09.2012 Xandler-Installation mit 112 Multiples im Gebäude des TÜV Rheinlandes am Grauen Stein, Köln anlässlich des deutsch-chinesischen Wassersymposiums.

Fotos folgen!

 

Dä Kölsche Lóng

Xandler-Installation anlässlich des Deutsch-Chinesischen Wassersymposiums in Köln, TÜV-Rheinland, 12.9.2012 Katharina Ulla Middendorf

Auszug einer Rede (Simultanübersetzung ins Chinesische)

 

Ich möchte mich an erster Stelle bei den Vertretern der Rheinenergie dafür bedanken, dass Sie mich als Künstlerin und Kunstdidaktikerin zu Ihrem Symposium eingeladen haben und dass ich in diesem Rahmen, in den Räumlichkeiten des TÜV Rheinlandes durch die Xandler-Installation einen kleinen Beitrag aus der kunstpraktischen und –didaktischen Perspektive liefern kann.

 

Zur Vorgeschichte

Als ich im April von der Rheinenergie und den Stadtentwässerungsbetrieben angesprochen wurde, etwas künstlerisches anlässlich des deutsch- chinesischen Wassersymposiums konzipieren könnte, begab ich mich inhaltlich auf die Suche nach etwas verbindendes in der Wasser-Mythologie beider Orte, Köln und Peking. Der Gedanke an einen Wasserdrachen, den Lóng, der sich als chinesischer Glücksbringer zu diesem Anlass zunächst in unseren Rhein legte, war geradezu ein logischer Schritt wurde dadurch zum Kölsche Lóng.

Was wir hier im hinteren Bereich des Saales sehen ist ein Abbild des kölschen Lóng. Er besteht aus 112 Xandler-Glasobjekten, die mit Rheinwasser gefüllt wie Rohdiamanten wirken und zwischen den Drachenschuppen hervorblitzen, erinnernd und bezeugend.

Ich möchte Ihnen jetzt kurz etwas zur Geschichte der Xandler erzählen.

Ich beschäftige mich künstlerisch und didaktisch seit 2008mit dem Element Wasser und das in seinen unterschiedlichsten Darbietungsformen- und möglichkeiten. Zusammen mit unseren Schülerinnen und Schülern wird Wasser im Unterricht thematisiert; nicht nur im Biologie-, Physik- und Erdkundeunterricht sondern auch im Kunstunterricht.

Wasser ist das wichtigste Element auf diesem Planeten, unsere wichtigste Ressource, die empfindsamste womöglich auch. So wichtig, weil wir aus ihr bestehen, weil ohne sie, gäbe es uns nicht. Sie ist so wichtig, dass wir uns alle hier zusammenfinden, uns austauschen und über Erfahrungen, nachhaltige Wassertechnologien in der Wasserwirtschaft vorstellen, Planen, Visionieren…. alles mit, wegen, für Wasser – für uns.

 

Wasser als Lebenselexier

Wasser ist universelles Element, ist Lebenselement und -elexier. Ich fand die Form des gleicharmigen „X“ oder Kreuzes überzeugend, da das X eine universelle Form ist, und als ältester Buchstabe in den Alphabeten unserer planetarischen Kulturen überall schon auftauchte. Als gleicharmiges Kreuz – oder X hat es universellenSymbolcharakter: ist Zeichen für alle Himmelrichtungen, ist Zeichen für Reinheit und Harmonie. Dieses Zeichen wird symbolhaft so auch überall verstanden.

Auf der einen Seite haben wir also die universell verstandene Form und auf der anderen Seite – oder besser: in ihr haben wir die Materie, das Wasser, von dem eigentlich überall auf diesem Planeten reichlich und sauber vorhanden sein sollte. Treffen diese beiden Universalitäten zusammen, passiert etwas besonderes – im Bild ganz klar sichtbar und feinstofflich begeben wir uns in die Quantenphysik und in dem Bereich der sich mit Materienbestimmung über Formgebung beschäftigt (…)

 

Xandler – multiple

Jeder Xandler ist ein aus Borosilikat gefertigtes, mund geblasenes Multiple, das heißt: es ist einzigartig und doch einer Serie zugehörig, hier Dä Kölsche Lóng Serie. Mit einer Nummer versehen, beweist er Serien- und Zugehörigkeitscharakter, ist der Zeit, in der entstand und arbeitet zugeordnet.

Das Xandler-multiple in solch einer Installation bekommt fraktalen Charakter: entnehme ich eins – verweist es immer auf die gemeinsame Geschichte.

Wenn Sie näher an den Lóng herantreten, dann erkennen Sie unterschiedliche Serien-Nummern: die hier „arbeitenden“ (sie tauschen sich ja untereinander Informationen aus…) Xandler waren zum Teil schon in zwei anderen Ausstellungen tätig: die vom November 2011 im Hochwasserpumpwerk Köln, Schönsteinstrasse und im Kranhaus bei Rödl und Partner im Dezember/Januar 2011/2012. Den Xandler als Objekt so gibt es seit 2008 – eine erste kölner Serie besteht aus 150 Glasobjekten seit 2011; davon arbeiten hier jetzt wie gesagt 112. Die anderen sind bereits in allen Himmelsrichtungen verstreut: sie sind von hier Deutschland aus nach Japan, Hawaii, Spanien und auch in New York.

 

Die Synthese – das Zusammentreffen

Kleine Rohdiamanten – wenn man sie mit Wasser füllt, erzählt jedes einzelne seine Geschichte – wenn sie zusammenkommen erzählen sie eine gemeinsame, erhalten einen großen Kontext, so wie wir hier, beim Deutsch-chinesische Wassersymposium in Köln.

Wir sind alle miteinander verbunden, so wie die Xandler hier in der Lóng- Installation. Das macht manchmal Angst, denn was ich mir antue, hat Auswirkungen auf den anderen, so wie ich mit Wasser umgehe, hat es Auswirkungen auf ein Gesamtes. Wir sind individuelle Einzelteilchen eines wunderbaren Gesamtwerkes – wir kommen und gehen wieder, hinterlassen Spuren, setzen Zeichen, kreieren und zerstören und setzen wieder zusammen (…)

 

Künstlerisches Selbstverständnis

Meiner Meinung nach kann Kunst nicht wirklich politisch sein (sonst wäre sie Propaganda)- Kunst kann nur im hohen Maße interessant sein und den einzelnen aufmerksam machen, zum Denken anregen, ästhetisch anregen, Freude erzeugen, und über politische Begebenheiten hinaus Visionen erzeugen.

Wenn Dä Kölsche Lóng das heute und hier schafft, dann hat er seinen Zweck erfüllt!

Heute treffen Wissenschaften und Kunst aufeinander, es ist auch ein Versuch, das geistige Universum in ein System einzufangen, und diese magischen Formulierbarkeit der exakten Disziplinen zu vereinigen: 112 Xandler tuen ihr bestes! (…)

K.U. Middendorf, 12.9.2012

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Bis dahin

das Xandler-Team